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Rainhard Fendrich hat «bissel Angst» vor seinem Einfluss

München (dpa) – Österreichs Poplegende Rainhard Fendrich hat «ein bissel Angst» vor dem Einfluss auf seine Fans. «Man muss überlegen, was man singt», sagte der 63-Jährige dem «Münchner Merkur» (Freitag). Wie sehr er Leben präge, werde ihm bewusst, wenn ein Achtjähriger im Konzert mitsinge.

Seinen Einfluss möchte er bewusst nutzen, etwa mit dem aktuellen Album «Für immer a Wiener». Die Idee kam ihm zur Weihnachtszeit im Stau. «Ich seh’ dieses Plakat an der Kreuzung. Der Schriftzug: „Wenn ich groß bin, werde ich arm.“» Die Botschaft der österreichischen Wohlfahrtsorganisation Volkshilfe zu Kinderarmut habe ihn nicht losgelassen. Er spielte drei Konzerte und produzierte daraus ein Live-Album. Der Erlös werde gespendet. Neben seinen großen Hits wie «Schickeria» oder «Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk» finden sich darauf auch aktuellere Titel. «Man kann sich natürlich irgendwann darauf verlassen zu sagen: ‚Wissen Sie nicht, wer ich war?‘ Für mich ist es aber ein Ehrgeiz, mich immer neu zu erfinden», so Fendrich.

Dass einige seiner Titel zum festen Repertoire auf dem Oktoberfest gehören, berühre ihn aber durchaus. «Es gibt kein größeres Kompliment für einen Künstler, als wenn zu Lebzeiten seine Lieder Volksliedcharakter bekommen.» Seinen einzigen Wiesn-Besuch brach er allerdings schon nach 20 Minuten ab – «eingepfercht in einer Box – und mir ist schon nach der Fischsemmel blümerant geworden, weil die Luft so schlecht war.»