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Prozess um totgefahrene 20-Jährige: Fortsetzung im Herbst

Würzburg/Eisenheim (dpa/lby) – Das Berufungsverfahren um eine totgefahrene 20-Jährige aus dem Landkreis Würzburg wird womöglich im Herbst fortgesetzt. Es soll voraussichtlich zwischen dem 21. September und dem 27. Oktober laufen, wie ein Sprecher des Landgerichts Würzburg am Donnerstag mitteilte. Die zuständige Kammer geht von sieben weiteren Verhandlungstagen aus.

Die Frau wurde im April 2017 auf einer Ortsstraße bei Untereisenheim bei Würzburg von einem Auto erfasst. Der Fahrer soll betrunken gewesen sein. Zusammen mit drei weiteren Insassen war er von einem Weinfest gekommen.

Der Freund des Opfers musste zusehen, wie seine Freundin mehrere Meter durch die Luft geschleudert wurde. Die vier Angeklagten waren den Ermittlern zufolge weitergefahren.

Vergangenen Sommer startete das Berufungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Fahrer und wegen unterlassener Hilfeleistung gegen die drei Mitfahrer. Kurz nach dem Auftakt wurde der Prozess ausgesetzt, weil Mordverdacht im Raum stand.

Dem Beifahrer wurde vorgeworfen, den Fahrer angestiftet zu haben, gezielt auf die junge Frau zuzufahren. Nach Prüfung der Beweislage entschied das Landgericht, den Fall nicht zu einem Mordprozess hochzustufen. Die Vorwürfe zu Anstiftung zum Mord ließen sich nach der Auswertung zweier Gutachten nicht ausreichend erhärten, hieß es.

In erster Instanz wurde der Fahrer nach Jugendstrafrecht zu einer Geldstrafe von 5000 Euro und einem Jahr Fahrverbot verurteilt. Die drei Mitfahrer bekamen wegen unterlassener Hilfeleistung ebenfalls eine Geldstrafe.

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