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Prognose: Deutliche Verluste für die CSU in Bayern

München (dpa/lby) – Die CSU muss bei der Bundestagswahl in Bayern einer ersten Prognose zufolge deutliche Verluste hinnehmen. Nach ersten Infratest-dimap-Zahlen des Bayerischen Rundfunks landen die Christsozialen unter Parteichef Markus Söder nur noch bei 33 Prozent. Das wäre das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1949 – damals hatte die CSU mit 29,2 Prozent das bislang schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt. 2017 war die CSU – nach einem Absturz um mehr als zehn Prozentpunkte – auf 38,8 Prozent gekommen.

Die SPD kann der BR-Prognose zufolge in Bayern mit 16,5 Prozent rechnen, die Grünen landen demnach bei 14 Prozent. Die FDP erreicht laut Prognose 11 Prozent, die AfD 10 Prozent. Die Freien Wähler können den Zahlen von 18.00 Uhr zufolge mit 6 Prozent rechnen, die Linke mit 3 Prozent.

Im Freistaat waren rund 9,4 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl des neuen Deutschen Bundestages aufgerufen. Viele von ihnen hatten ihre Stimme auch schon vorab per Briefwahl abgegeben – laut BR-Zahlen zeichnete sich ein Briefwahl-Anteil von rund 62 Prozent ab.

In Bayern traten laut Landeswahlleiter 967 Kandidatinnen und Kandidaten auf 26 Landeslisten und als Wahlkreiskandidaten an.

Die CSU muss erstmals seit Jahren den Verlust von Direktmandaten fürchten: Insbesondere in München und Nürnberg machen sich SPD und Grüne Hoffnungen, der CSU einen oder mehrere der insgesamt 46 Wahlkreise im Freistaat abzujagen. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die CSU letztmals nicht alle Direktmandate in Bayern holen können – damals war der Wahlkreis München-Nord an die SPD gegangen.

Die SPD war 2017 in Bayern auf 15,3 Prozent gekommen. Die Grünen holten 9,8 Prozent, die FDP erreichte 10,2 Prozent, die AfD 12,4 Prozent, die Linke 6,1 Prozent, und die Freien Wähler kamen auf 2,7 Prozent.

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