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Polizei rechnet zur IAA mit größtem Einsatz in 20 Jahren

München (dpa) – Die Münchner Polizei rechnet zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) in der kommenden Woche mit ihrem größten Einsatz in 20 Jahren. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erwartet ein «großes Protestgeschehen». «Die Sicherheitsbehörden stellen eine europaweite erhebliche Mobilisierung aus dem linksextremen und linksautonomen Spektrum fest», sagte er am Freitag in München.

Die bevorstehende Bundestagswahl könnte die Situation verschärfen, sagte Herrmann. Es sei anzunehmen, «dass diese unmittelbar bevorstehende Bundestagswahl ein zusätzlicher Anreiz sein kann für diese radikalen Kräfte».

Die Polizei stelle sich darum auf Straßenblockaden, Eindringversuche, Kletter- und Abseilaktionen, Sabotage und sogar Brandstiftung ein. Es sei auch zu erwarten, dass ein Teil der gewaltbereiten IAA-Gegner gezielt die Konfrontation mit den Beamten suchen könne. Einsatzleiter Michael Dibowski verwies auf einen Aufruf im Netz, der dazu auffordere, «die IAA so zu stören, dass sie nie wieder stattfindet». Er betonte: «Wir nehmen das schon sehr ernst.»

Polizeipräsident Thomas Hampel erinnerte daran, dass in einem Bekennerschreiben nach einem Brandanschlag auf das Münchner Stromnetz, bei dem rund 20.000 Haushalte im Münchner Osten zeitweise ohne Strom waren, unter anderem dazu aufgerufen worden sei, die IAA anzugreifen.

Daneben seien zahlreiche friedliche Proteste angekündigt – 55 an der Zahl: Zu einer Fahrrad-Sternfahrt am Samstag kommender Woche erwartet die Polizei rund 35.000 Teilnehmer, zu einer zeitgleich stattfindenden Demonstration weitere 10.000.

Bis zu 4500 Polizisten sollen während der IAA täglich im Einsatz sein. Dafür bekommen die Münchner nach Angaben von Polizeipräsident Hampel Unterstützung von der Bundespolizei und aus anderen Bundesländern – insbesondere auch aus Frankfurt am Main, wo die IAA bis 2019 stattgefunden hatte. Auch sogenannte Super-Recognizer, die sich Gesichter besonders gut merken können, sollen zum Einsatz kommen. Wie teuer der Einsatz wird, sei noch nicht zu beziffern, sagte Hampel.

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