Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten., © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Angriff im Reisebus: Unterbringung in Psychiatrie?

Ist der 31-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit und muss in einer Psychiatrie untergebracht werden? Das muss das Landgericht in Nürnberg im Prozess um den aufsehenerregenden Angriff auf einen Fahrgast in einem Reisebus auf der Autobahn 9 in Bayern entscheiden. Am Montag wollen Staatsanwaltschaft und Verteidigung zunächst ihre Plädoyers halten. Am Nachmittag will die Kammer ein Urteil verkünden.

Der Beschuldigte soll im vergangenen September einen schlafenden 20-Jährigen während der Fahrt nach Serbien geschlagen und mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Außerdem soll er einer Frau ins Gesicht geschlagen haben.

Die Polizei rückte damals mit zahlreichen Kräften aus, die Autobahn wurde bei Hilpoltstein in Mittelfranken voll gesperrt. Die Ermittler waren zunächst von einer bewaffneten Geiselnahme ausgegangen, was sich aber nicht bestätigte. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Verdächtigen schließlich fest.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll der Serbe versucht haben, den 20-Jährigen zu töten. Sie wirft ihm deshalb versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, den 31-jährigen Beschuldigten in einer Psychiatrie unterzubringen, weil sie in ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit sieht.

Ein psychiatrischer Gutachter habe bei dem 31-Jährigen eine paranoide Schizophrenie festgestellt, sagte eine Justizsprecherin. Es sei deshalb davon auszugesehen, dass er zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sei.