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Österreich als Hochrisikogebiet: Sorgen in Grenzregion

Kiefersfelden/Berchtesgaden (dpa) – Die Einstufung Österreichs als Corona-Hochrisikogebiet stellt Grenzorte erneut vor Schwierigkeiten. Viele Beschäftigte pendeln täglich über die Grenze, manche Schüler besuchen Schulen im anderen Land – und es gibt vielfältige private und familiäre Beziehungen.

«Als Grenzlandkreis mit starker Verbundenheit zum Nachbarland ist eine neuerliche Einstufung Österreichs als Hochinzidenzgebiet natürlich ein wichtiges Thema im Berchtesgadener Land», sagte Landrat Bernhard Kern (CSU) am Freitag. Basierend auf der bundesweiten Coronavirus-Einreiseverordnung gelte für den kleinen Grenzverkehr sowie für Grenzpendler und Grenzgänger aber eine Ausnahme von der Anmelde- und Absonderungspflicht. «Für Arbeitnehmer und Personen, die sich weniger als 24 Stunden im Nachbarland aufhalten, ändert sich damit vorerst nichts», sagte Kern.

Auch als zuletzt die Grenzen weitgehend geschlossen waren, hatten etwa Beschäftigte und Schüler, die pendeln müssen, Ausnahmeregelungen erhalten. Er setze auf pragmatische Lösungen, sagte der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp (CSU). Schwer werde es erneut für Paare, deren Partner jenseits der Grenze leben, für Familien und Freunde. «Es wird erneut Härtefälle geben», sagte Rasp. Aber: «Wir müssen das Beste aus der Situation machen.»

Der Kiefersfeldener Bürgermeister Hajo Gruber sagte, es werde insgesamt schwieriger, die Grenze zu passieren. Für die grenznahen Orte bringe das wesentliche Einschränkungen. «Das trifft die Gastronomie. Das trifft den Einzelhandel», sagte Gruber. «Man ist ja auch zusammengewachsen. Es gibt vielfältige Freundschaften und familiären Beziehungen.»

Österreich stand schon einmal auf der Risikoliste, war aber im Juni gestrichen worden.

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