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Nürnberger LKA-Prozess: Fortsetzung der Plädoyers

Nürnberg (dpa/lby) – Im Nürnberger Spitzel-Prozess gegen sechs Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) sollen heute die Plädoyers fortgesetzt werden. Die Staatsanwaltschaft wirft den Polizisten unter anderem Strafvereitelung im Amt und Diebstahl in mittelbarer Täterschaft vor. Die Ermittler sollen einen vorbestraften V-Mann bei den «Bandidos» in Regensburg eingeschleust haben, um mehr über die Rockerbande zu erfahren. Dann sollen sie die kriminellen Machenschaften des Spitzels gedeckt oder sogar unterstützt haben.

Nach dem mehrstündigen Schlussvortrag der Staatsanwaltschaft sind nun Nebenklage und Verteidigung an der Reihe. Nebenkläger ist der frühere V-Mann. Die Plädoyers der zahlreichen Verteidiger werden sich voraussichtlich über mehrere Tage hinziehen. Das Urteil ist für den 25. Juli geplant.

Für den Hauptangeklagten hatte die Anklage zweieinhalb Jahre Haft gefordert. Der 53-Jährige war der Kontaktmann des Spitzels beim LKA. Für vier weitere Angeklagte forderte die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und einem Jahr und neun Monaten. Für einen Beamten hielten die Ankläger eine Geldstrafe für angemessen.