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November-Ruhe auf bayerischem Arbeitsmarkt

Nürnberg (dpa/lby) – Nach dem kräftigen Herbstaufschwung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt in den beiden Vormonaten hat sich im November nach Experteneinschätzung nur wenig getan. «Ich rechne mit einer wenig veränderten Arbeitslosigkeit», sagte ein Fachmann im Arbeitsministerium in München. Die Zahl der Jobsucher liege im November üblicherweise in etwa auf dem Niveau des Vormonats; im Oktober waren im Freistaat 195 800 Männer und Frauen ohne Arbeit.

Im Schnitt der vergangenen drei Jahre nahm die Zahl der Arbeitslosen im November um gut 400 zu. Die Stagnation in dem Monat hat saisonale Gründe: Vor allen in Außenberufen wie auf dem Bau, in Gärtnereien, Teilen der Gastronomie und in der Landwirtschaft stellen Unternehmen mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit nur noch zögerlich neue Mitarbeiter ein – bevor manche während der Wintermonate sogar vorübergehend Arbeitsplätze abbauen.

«Wir gehen aber weiter von einem sehr guten Niveau aus: Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich weiter», sagte der Experte. Die Arbeitslosenquote werde nah an der Oktober-Quote von 2,6 Prozent liegen – und damit deutlich besser als im November 2017. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 2,9 Prozent. Die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit gibt die Arbeitsmarktdaten für November am Donnerstag (29. November) bekannt.

Noch halte der Arbeitsmarkt im Freistaat es aus, dass sich die Konjunktur abkühle, sagte der Fachmann. Die extrem gute Lage sei «ein dickes Polster». Dennoch sei es «unbestritten, dass der Aufschwung an Schwung verliert». Der Experte sagte: «Wir reden nicht von einer Rezession, sondern das Wachstum verlangsamt sich.» Er rechne daher nicht damit, dass sich die Arbeitslosigkeit in absehbarer Zeit erhöhe.

Dennoch dürfe man sich auf der guten Lage nicht ausruhen. Themen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung sowie die weltweiten Handelsbeschränkungen und der nahende EU-Austritt Großbritanniens seien weiter «oben auf der Tagesordnung». Gerade in Branchen wie IT, Gesundheit und Pflege könne der Bedarf an Arbeitskräften derzeit nicht gedeckt werden.