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Hintergrund nach tödlichem SEK-Einsatz in Salzgitter unklar

Salzgitter (dpa) – Nach dem tödlichen SEK-Einsatz in Salzgitter ist der Hintergrund des Geschehens weiter unklar. Der von der Polizei am Donnerstag in einer Bedrohungslage erschossene 28-Jährige stehe in Verdacht, bereits Tage zuvor in seiner Wohnung einen Mann getötet zu haben.

Das teilte die Staatsanwaltschaft in Braunschweig am Freitag mit. In welchem persönlichen Verhältnis der Erschossene und der andere Mann stehen, sei noch nicht geklärt. Die Obduktion des in der Wohnung gefundenen Toten war am Freitag noch nicht abgeschlossen. Nach dem SEK-Einsatz am Donnerstag war in der Wohnung des erschossenen Mannes eine männliche Leiche entdeckt worden.

Zu dem Polizeieinsatz war es am Donnerstagabend in der Wohnung eines Bekannten des später Erschossenen gekommen. Der Wohnungsinhaber hatte die Rettungskräfte mit dem Hinweis alarmiert, dass der Mann ärztliche Hilfe benötige. Angerückte Beamte stießen in der Wohnung auf einen verwundeten Mann, der sich verbarrikadiert hatte, und zogen Spezialkräfte (SEK) hinzu.

Diese versuchten, mit dem Mann zu sprechen und ihn zur Kooperation zu überreden. Die Gespräche scheiterten jedoch, und die Beamten wurden von dem Mann in einem abgedunkelten Raum mit einem waffenähnlichen Gegenstand bedroht. Als der Mann auf Warnschüsse nicht reagierte, gab ein Beamter einen tödlichen Schuss ab. Ein Rettungssanitäter konnte dem Mann nicht mehr helfen, die Kugel traf ihn nach dem Ergebnis einer Obduktion ins Rückenmark. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Todesermittlungsverfahren ein. Gegen den Beamten selber werde nicht ermittelt.

Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, sei noch nicht geklärt, woher die Verletzungen des später Erschossenen stammen. Der Wohnungsinhaber stehe aber nicht im Verdacht, dem Mann etwas angetan zu haben. Hinweise auf Drogen oder Alkohol als Auslöser der Bedrohungslage hatten die Ermittler zunächst nicht.

Zuletzt hatten mehrfach Gewaltverbrechen Salzgitter erschüttert. Ende Januar erst hatte ein 33-jähriger Syrer einen 25 Jahre alten Iraker im Stadtteil Lebenstedt erschossen. Er soll mit der Liebesbeziehung des Irakers zu seiner Schwester nicht einverstanden gewesen sein. Im Mai vergangenen Jahres erschoss ein 38-Jähriger nach einem Sorgerechtsstreit seine Ex-Partnerin auf offener Straße vor den Augen der vier Kinder. Ende Januar wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.