Ein Schild hängt am Eingang des Verwaltungsgerichts München., © Tobias Hase/dpa/Archivbild

Nach Sparkassenaffäre: Kürzungen für weiteren Beamten

Nach der Miesbacher Sparkassenaffäre gibt es finanzielle Konsequenzen für einen zweiten Beamten: Dem damaligen Mitglied des Sparkassen-Aufsichtsrates werden die Bezüge gekürzt, wie das Verwaltungsgericht München am Dienstagabend mitteilte.

Die Landesanwaltschaft Bayern reduzierte die Disziplinarmaßnahme gegen den Beamten im Ruhestand nach einem entsprechenden Hinweis des Richters am Dienstag in der mündlichen Verhandlung: Statt der ursprünglichen Kürzung des Ruhegehalts um ein Zehntel für die Dauer von 18 Monaten erfolgt sie nach Gerichtsangaben nun nur für 14 Monate. Der pensionierte Beamte zeigte sich laut Gericht damit einverstanden, damit ist das Klageverfahren rechtskräftig abgeschlossen.

Früher am Dienstag waren bereits dem bis heute amtierenden Bürgermeister der Gemeinde Kreuth, Bierschneider (CSU), die Dienstbezüge für 18 Monate um ein Zehntel gekürzt worden.

Deutlich drastischer könnten die finanziellen Konsequenzen für den wegen der Affäre verurteilten Ex-CSU-Landrat Jakob Kreidl ausfallen, dem die Landesanwaltschaft die komplette Pension streichen will. Das Landgericht München II hatte ihn im Mai dieses Jahres auch in einem zweiten Prozess wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, ebenso wie den ehemaligen Vorstandschef der Sparkasse Miesbach-Tegernsee, Georg Bromme. Wann Kreidls Fall vor dem Verwaltungsgericht verhandelt wird, war zunächst noch unklar.

Der lockere Umgang mit den Sparkassen-Geldern hatte im Landkreis Miesbach vor knapp zehn Jahren erheblich für Wirbel gesorgt und entsprechende Untreue-Vorwürfe aufgeworfen. So waren zu Verwaltungsratssitzungen in Fünf-Sterne-Hotels auch die Ehepartner mitgereist, es gab unter anderem ein attraktives touristisches Rahmenprogramm.