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Prozess um Zwangsprostitution: Angeklagter schweigt

Frankfurt/Main (dpa) – Im Prozess um Zwangsprostitution und Zuhälterei, Körperverletzung und Rauschgiftbesitz vor dem Frankfurter Landgericht hat sich der angeklagte 36-Jährige aus Oberbayern zum Auftakt nicht zu den Vorwürfen geäußert. Dem Mann aus Rosenheim, ein früheres Mitglied der Hells Angels, wird zur Last gelegt, zwischen April 2014 und Dezember vergangenen Jahres Liebesbeziehungen zu drei Frauen ausgenutzt haben, um diese der Prostitution zuzuführen. Eine der Frauen war demnach zeitweise noch minderjährig. Die Einnahmen, die die Staatsanwaltschaft auf rund 220.000 Euro schätzt, sollen zum großen Teil an den Angeklagten geflossen sein. Darüber hinaus soll er die Frauen misshandelt sowie Drogen besessen haben.

Eine der Frauen wandte sich Ende vergangenen Jahres an die Polizei, die den mutmaßlichen Zuhälter festnahm. Die Frauen arbeiteten teilweise in Rosenheim, teilweise in Frankfurter Hotels als Prostituierte. Möglicherweise wird der bereits bis März kommenden Jahres vorausterminierte Prozess nun durch eine sogenannte Verfahrensabsprache verkürzt. Die Strafkammer kündigte einen entsprechenden Vorschlag für die kommenden Verhandlungstage an.

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