Der Schriftzug "Muenchener Rueckversicherungs Gesellschaft" ist am Sitz von Munich Re zu sehen., © Sven Hoppe/dpa

Munich Re: Kriegsbelastung derzeit gering

Der Rückversicherer Munich Re sieht derzeit keine große Belastung durch den Ukraine-Krieg, schließt das aber für die Zukunft nicht aus. Vorstandschef Joachim Wenning verwies bei der Hauptversammlung des Dax-Unternehmens am Donnerstag darauf, dass Kriegsschäden in der Sachversicherung standardmäßig ausgeschlossen sind.

Doch bietet die Munich Re nach Wennings Worten «in einigen Spezialsparten in begrenztem Umfang» Absicherung von Kriegsfolgen an. Wenning nannte Luftfahrt, Transport, Kredit und politische Risiken.

Dies bezieht sich unter anderem darauf, dass russische Luftfahrtgesellschaften mehrere hundert Maschinen von westlichen Unternehmen geleast haben. Diese Flugzeuge sitzen in Russland fest, in der Branche wird seit Kriegsbeginn diskutiert, ob dafür Versicherungen aufkommen müssen. «Wir sind da exponiert», sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka. «Die Situation ist nur sehr, sehr dynamisch gerade noch und unklar.» Deswegen könne der Vorstand keine zuverlässige Aussage zu potenziellen Schäden treffen.

Die Munich Re hatte bereits im März die Einstellung ihres Versicherungs- und Kapitalanlagegeschäfts in Russland und Belarus bekannt gegeben.

Die Hauptversammlung fand coronabedingt nur virtuell statt, vor Beginn erkletterten Umweltschützer der Gruppe «Extinction Rebellion» in einer Protestaktion den Firmensitz und hängten dort Transparente auf. Sie forderten die sofortige Einstellung der Geschäftsbeziehungen zu Öl-, Gas- und Kohlefirmen.