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Münchner Philharmoniker eröffnen ihre Isarphilharmonie

München (dpa/lby) – Ein Konzert hören, einen Volkshochschulkurs besuchen, im Café sitzen, in Büchern schmökern – das alles soll bald im neuen Münchner Kulturareal Gasteig HP8 möglich sein. Nach rund drei Jahren Planung und Bauzeit ist nun das Herzstück der Anlage fertig: Die Isarphilharmonie. Heute eröffnen die Münchner Philharmoniker unter Valery Gergiev ihre neue Spielstätte vor rund 1800 Besuchern mit einem Konzert, bei dem auch der russische Pianist Daniil Trifonov und der Philharmonische Chor München auftreten werden.

Für die Münchner ist das neue Kulturareal auf einem ehemaligen Fabrikgelände ein Gewinn. Als Foyer zur Isarphilharmonie dient eine denkmalgeschützte Trafohalle mit Galerie. In dem lichten, großzügigen Backsteinbau bietet die Stadtbibliothek Bücher zum Ausleihen an, eine Bar und ein Café wird es geben. Daneben entstehen weitere Bauten, die alle bis zum Frühjahr fertig werden sollen. Sie bieten Konzert- und Veranstaltungsräume, Büros und Probenräume, etwa für die Hochschule für Musik und Theater oder die Münchner Volkshochschule. Auch weitere Gastronomieangebote samt Terrasse sind geplant.

Bislang waren diese Institutionen im Osten Münchens, im Gasteig, nach eigenen Angaben das größte Kulturzentrums Europas. Doch der wuchtige, rote Backsteinbau muss dringend saniert werden. Wann die Bauarbeiten beginnen, ist indes noch unklar. Die Stadt sucht noch einen Investor. Leer stehen soll das Gebäude aber nicht, finden die Münchner Regierungsfraktionen Grüne – Rosa Liste und SPD/Volt. Sie schlagen eine kulturelle Zwischennutzung vor, etwa für die freie Szene.

Doch nun erst mal das Eröffnungskonzert im neuen Quartier – eine der ersten großen Veranstaltungen in Bayern, bei der die 3G-plus-Regel gilt. Besucher müssen geimpft oder genesen sein oder einen negativen PCR-Test vorweisen. Dafür fallen Maskenpflicht und Abstandsregeln. Erwartet wird auch Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant der Elbphilharmonie. Er dürfte doppelt genau hinhören, stammt die Akustikplanung in der Isarphilharmonie doch von Yasuhisa Toyota, der schon am Klang im Hamburger Konzerthaus mitgewirkt hat.

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