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Messerangriff in Hof: Plädoyers und Abschlussworte des Angeklagten

Vor dem Landgericht Hof haben Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklage ihre Schlussplädoyers im Prozess um die Messerattacke am Hofer Hauptbahnhof vor einem halben Jahr gehalten – später soll dann das Urteil folgen. Der Angeklagte, ein 44-Jähriger Mann aus Reichenbach im Vogtland, soll im Juli einen polnischen Busfahrer mit einem Messer attackiert haben. Der Busfahrer starb noch am Tatort vor den Augen seiner Reisegruppe.

Für die Staatsanwaltschaft steht fest: Der Angeklagte hat die Tat begangen und ist eine Gefahr für die Allgemeinheit. Er leidet unter einer paranoiden Schizophrenie und hatte zum Tatzeitpunkt seine Medikamente längere Zeit nicht genommen. Daher soll der 44-Jährige weiterhin in der Psychiatrie untergebracht bleiben. Dafür plädiert auch die Verteidigung und geht davon aus, dass die Behörden trotz Vorwarnungen der Mutter des Angeklagten, versagt haben. Der Sohn des toten Busfahrers ist im Prozess als Nebenkläger aufgetreten und hat sich noch einmal an den Angeklagten gerichtet. Er könne ihm die Tat nicht verzeihen und sagte, das System habe versagt. Er wolle alles tun, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Nach den Plädoyers hat sich der Angeklagte noch einmal entschuldigt und beteuert, keine Tötungsabsicht gehabt zu haben. Der Stich sei – so wörtlich – keine gute Idee gewesen, er wollte die Waffe nur zum Abschrecken hervorholen, habe dann aber doch zugestochen. Der 44-Jährige sieht sich selbst nicht als Gefahr, verkenne durch seine psychische Erkrankung aber die Situation.

Um 11 Uhr 30 soll das Urteil fallen.