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Bayern will die Bedingungen für Demente mit Pakt verbessern

München (dpa/lby) – Bayern will sich mit einem sogenannten Demenzpakt besser auf eine deutliche Zunahme Demenzkranker vorbereiten. «Derzeit sind rund 240 000 Menschen in Bayern von Demenz betroffen. Experten schätzen, dass die Zahl bis zum Jahr 2030 auf rund 300 000 steigen wird», erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zum Start des Paktes am Montag in München. «Darauf müssen wir trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie Antworten finden.» Nötig sei eine «demenzfreundliche Gesellschaft».

Die Staatsregierung versucht seit längerem, Alzheimer- und andere Demenzerkrankte besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. 2013 hatte die Regierung eine Demenzstrategie beschlossen. Diese beinhaltet unter anderem die Förderung bestimmter Projekte und eine Demenzwoche. Oppositionspolitiker kritisierten die Strategie als Symbolpolitik mit vielen runden Tischen und wenig tatsächlicher Veränderung.

Ziel des Demenzpakts ist es auch, Vertreter von Ministerien, Kommunen, Kirchen, der Gesundheitsbranche sowie Wohlfahrts- und Betroffenenverbände zusammenzubringen. Er sollte bereits im März vorgestellt werden, wurde wegen der Corona-Krise aber verschoben. «Ziel des Paktes ist es, das Thema Demenz auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen in Bayern weiter zu verbessern», sagte Huml.

Die Ministerin meinte, dass die Diagnose Demenz heute eine realistische Lebensplanung ermögliche. «Das Recht auf soziale Teilhabe gilt für alle», sagte sie. Viele Menschen könnten trotz der Veränderungen durch die Krankheit am öffentlichen und kulturellen Leben teilnehmen, ihren Alltag mitbestimmen und sich einbringen.