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«Maschkera» vertreiben Dämonen des Winters

Mittenwald (dpa/lby) – Männer in Tracht und mit historischen geschnitzten Holzmasken sind am Unsinnigen Donnerstag beim Umzug der Schellenrührer durch Mittenwald gezogen. Mehr als hundert «Maschkera» – Maskierte – sprangen lärmend mit Schellen und teils mit Kuhglocken durch den oberbayerischen Ort im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Nach altem Brauch läuten sie damit den Frühling ein und vertreiben die Dämonen der dunklen Jahreszeit. Oft stapften die Männer in ihren kurzen Lederhosen bei Minusgraden und Schneetreiben durch den Ort – dieses Jahr herrschte aber frühlingshaftes Wetter mit Sonnenschein.

Mit dem Glockenschlag um 12.00 Uhr starteten die Teilnehmer und zogen von Gaststätte zu Gaststätte. Dort wurde gegessen, getrunken und getanzt. Dabei bleiben die Schellenrührer traditionell unerkannt hinter den teils furchterregenden Holzlarven, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Die Gestalten sind in der Faschingszeit auch in anderen oberbayerischen Dörfern unterwegs, etwa in den Nachbarorten Krün und Wallgau. Es gebe aber nur wenige Orte, in denen die Tradition der Schellenrührer so gelebt werde wie in Mittenwald, sagte Philipp Golka vom Tourismusverband Alpenwelt Karwendel. Tausende Schaulustige kommen alljährlich zu dem Spektakel nach Mittenwald-

Der Brauch des «Maschkera»-Gehens wird vom Dreikönigstag bis zum Faschingsdienstag gepflegt. Die Masken dürfen nur im Fasching aufgesetzt werden. Wer dagegen verstößt, dem wächst sie dem Volksglauben nach im Gesicht fest.