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Mann schildert im Prozess Messerattacke durch Angeklagten

Aschaffenburg (dpa/lby) – Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Flüchtlingsmädchens hat ihr damaliger Freund von einer Messerattacke ihres Vaters auf ihn berichtet. Der wegen Mordes angeklagte 46-Jährige habe ihn von hinten mit einem Teppichmesser angegriffen und am Hals verletzt, sagte der 27-Jährige am Freitag vor dem Landgericht Aschaffenburg. Der junge Mann schwebte nach der Attacke im Juni 2017 in Aschaffenburg in Lebensgefahr. Er hatte sich zuvor mit dem Vater seiner Freundin zu einer Aussprache getroffen.

Nach mehreren Stunden Gespräch habe ihn der Syrer dann unvermittelt angegriffen, berichtete ein Gerichtssprecher von der Aussage des 27-Jährigen. Das Opfer habe danach vor dem Angeklagten zu einem Haus fliehen können. Die Staatsanwaltschaft legt dem 46-Jährigen dafür Mordversuch und gefährliche Körperverletzung zur Last.

Die Anklage geht auch davon aus, dass der Verdächtige Anfang Mai 2017 seine 19 Jahre alte Tochter tötete oder ihrem Halbbruder befahl, die Schülerin zu töten. Die Leiche wurde erst im Dezember 2018 in einem Betonschacht in einem Wald bei Aschaffenburg entdeckt.

Der nach eigenen Angaben konservativ eingestellte Mann soll sich nicht mit der weltoffenen Lebensweise seiner Tochter in Deutschland abgefunden haben. Mit ihrem Tod wollte er laut Staatsanwaltschaft seine vermeintliche Ehre wiederherstellen. Der Angeklagte sagte zu den Vorwürfen bisher nichts vor Gericht.

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