© Stefan Puchner

Prozess um Schüsse in Internetcafé vertagt

Ingolstadt (dpa/lby) – Der Prozess um die tödlichen Schüsse in einem Ingolstädter Internetcafé ist vertagt worden. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters habe der türkische Angeklagte nicht rechtzeitig eine übersetzte Anklageschrift bekommen, weshalb der Prozess am Donnerstagvormittag nicht normal starten konnte.

Der Mann muss sich vor Gericht verantworten, weil er Mitte Juni 2020 in dem Lokal einen Bekannten mit einer Pistole umgebracht haben soll. Der 50 Jahre alte Mann starb noch am Tatort.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein Streit zwischen dem mutmaßlichen Täter und dem Opfer Auslöser des Verbrechens war. Die beiden sollen einige Tage zuvor eine körperliche Auseinandersetzung gehabt haben. Der Angeklagte wollte es demnach nicht auf sich sitzen lassen, dass der ältere Mann ihn geschlagen und verletzt habe.

Mit dem Anschlag auf den 50-Jährigen in dem Internetcafé habe der Türke seine Ehre wieder herstellen wollen. Der nun Angeklagte wurde festgenommen, nachdem er das Geschäft verlassen hatte.

Die übersetzte Anklageschrift war dem Mann erst am Dienstag im Gefängnis zugestellt worden. Ein Tag vor Prozessbeginn reiche aber nicht für eine korrekte Vorbereitung auf seine Verteidigung, sagte der Richter. Am 23. Februar soll der Prozess fortgeführt werden.

© dpa-infocom, dpa:210210-99-385499/3