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Magath: «Nicht willkommen geheißen»

Würzburg (dpa/lby) – Felix Magath war sauer. Nach der sechsten Niederlage der weiter sieglosen Würzburger Kickers in der 2. Fußball-Bundesliga kritisierte der Projektleiter die Leistung des Schiedsrichters und vermisste die Gastfreundlichkeit für den Neuling.

«Nicht zum ersten Mal in dieser Saison gab es – ich erinnere hier an das Spiel gegen Fürth, als in der Nachspielzeit ein Eckball gegen uns gegeben wurde, der keiner war – einige strittige Szenen, die man auch anders sehen kann und die leider zu unserem Nachteil entschieden wurden», meinte der «Head of Flyeralarm Global Soccer» nach dem 1:4 (0:1) der Würzburger beim 1. FC Heidenheim. «Man hat nicht das Gefühl, dass wir in dieser Liga willkommen geheißen werden.»

Mit nur einem mickrigen Punkt nach sieben Spieltagen verabschiedet sich der Aufsteiger in die Länderspielpause. Die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen hat viel vor sich. «Wir müssen viel arbeiten, viel investieren», meinte der Nachfolger des beurlaubten Aufstiegstrainers Michael Schiele nach der Watschn am Freitagabend. «Es liegt viel Arbeit vor uns.»

Denis Thomalla mit einem Kopfballtor (41. Minute) und Neuzugang Christian Kühlwetter (56.) brachten den FCH in einer lange zerfahrenen Partie auf die Siegerstraße. Robert Leipertz (83.) und Konstantin Kerschbaumer (90.+1) sorgten in der Schlussphase für die Entscheidung. Die Würzburger, für die ein verwandelter Handelfmeter von Mitja Lotric (71.) zu wenig war, bleiben Tabellenletzter.

Magath bemerkte, dass der Mannschaft «auch oftmals die Cleverness» fehle. «Aber das ist der Preis, den wir als Aufsteiger zahlen müssen. Wir wussten jedoch, dass es keine leichte Aufgabe wird, in dieser Liga zu bestehen», sagte der frühere Nationalspieler. «Deshalb werden wir selbstverständlich in Ruhe weiterarbeiten.»

Die Würzburger mussten gegen die zuvor nur einmal siegreichen Heidenheimer auch einen personellen Schlag verkraften. Kapitän Arne Feick wird mehrere Wochen ausfallen. Der Abwehrspieler zog sich eine Kapselverletzung im linken Knie zu. Der 32-Jährige war gegen die Heidenheimer nach einer Kollision schon nach gut 15 Minuten ausgewechselt worden.

«Das Ergebnis ist hart für uns», meinte Antwerpen, der seine Mannschaft deutlich besser als das nackte Resultat sah. Wie so oft seien seine Spieler aber in der Defensive «zu unaufmerksam» oder «nicht griffig» genug gewesen. «Wir müssen uns im Defensivverhalten verbessern», forderte Antwerpen. Es wird höchste Zeit. Sonst ist die Zweitligasaison 2020/21 nur eine Würzburger Episode.