Bei einer Pressekonferenz zur neuen Spielzeit der Luisenburg-Festspiele scheint die Sonne auf die Freiluftbühne., © Nicolas Armer/dpa

Luisenburg-Festspiele zwischen Tschechien und Neuschwanstein

Von der Freilichtbühne der Luisenburg nahe Wunsiedel zur tschechischen Grenze sind es gerade einmal 20 Kilometer – diese Lage hat die Verantwortlichen zu einer deutsch-tschechischen Zusammenarbeit für die kommende Spielzeit inspiriert: Intendantin Birgit Simmler schrieb das Musical «Kalte Freiheit – Spion zwischen den Grenzen». Das Stück spielt an der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland zur Zeit des Kalten Krieges. Die Musik kommt vom tschechischen Komponisten Ondrej Soukup.

Das Stück beruhe auf historischen Tatsachen, hieß es vorab. Es geht um eine fiktive Grenze, die die Tschechoslowakei im bayerisch-böhmischen Grenzland errichten lässt: Hinter ihr glauben Flüchtende, den sicheren Westen erreicht zu haben. In Wirklichkeit ist die Grenzstation eine Attrappe, die Menschen sind in eine Falle getappt. In den 1940er und 1950er Jahren gab es tatsächlich solche falschen Grenzen, die Flüchtenden landeten in Straflagern statt in Freiheit.

Erneut auf dem Spielplan steht das Musical «Sister Act». Dies wird aber nicht nur auf der Luisenburg gezeigt, sondern die Festspiele gehen mit der Produktion auf Reisen: Ab Mitte September 2023 wird «Sister Act» im Festspielhaus Füssen bei Neuschwanstein zu sehen sein. Für insgesamt fünf Vorstellungen sei mit dem Festspielhaus eine Kooperation vereinbart worden, teilten die Luisenburg-Festspiele mit. Es sei das erste Mal, dass eine Musicalproduktion der Festspiele auf Gastspielreise geht. Man wolle Kooperationen und Partnerschaften mit geeigneten Theatern und Produzenten im Lauf der kommenden Jahre fortsetzen, um weitere Gastspiele zu planen.

Die Luisenburg-Festspiele 2023 beginnen am 16. Juni. In das den Angaben zufolge älteste Freilichttheater Deutschlands kommen im Sommer jährlich – ohne Pandemie-Einschränkungen – mehr als 100.000 Zuschauer.