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Kandidaturen für Linken-Spitze in Kürze erwartet

Berlin (dpa) – Die scheidenden Linken-Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger rechnen damit, dass es schon in Kürze Kandidaturen für ihre Nachfolge geben wird.

Das werde eher «eine Sache von einigen Tagen sein als von Wochen», sagte Riexinger in Berlin. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir eine gute Nachfolge bekommen werden.» Eine Präferenz wollten beide aber nicht äußern. «Wir werden jetzt nicht mit einer feudalen Geste unsere Nachfolger entsprechend vorschlagen», sagte Kipping.

Die beiden hatten am Freitag und Samstag nacheinander erklärt, dass sie nach mehr als acht Jahren an der Linken-Spitze beim Parteitag in Erfurt Ende Oktober nicht erneut für den Vorsitz kandidieren werden. In der bereits laufenden Nachfolgedebatte wird vor allem eine Doppelspitze mit zwei Frauen diskutiert: Die Fraktionsvorsitzenden aus Hessen und Thüringen, Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow, gelten als Kandidatinnen dafür. Sie sind wie Kipping weder dem Flügel der linken Fundamentalisten noch den gemäßigten Reformern zuzurechnen.

Vom linken Flügel wird der stellvertretende Parteivorsitzende Ali Al-Dailami aus Hessen als möglicher Kandidat gehandelt. Von den Reformern werden Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte gute Chancen eingeräumt. Außerdem wird der frühere Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn aus diesem Lager genannt.

Der Rückzug des Spitzenduos kommt nicht überraschend. Laut Satzung soll kein Parteiamt länger als acht Jahre ausgeübt werden. Kipping (heute 42) und Riexinger (64) hatten die Parteiführung 2012 übernommen. Damals stand die Linke nach einem beispiellosen Machtkampf konkurrierender Flügel kurz vor der Spaltung. Riexinger setzte sich damals gegen den heutigen Fraktionschef Dietmar Bartsch durch.

Das neue Spitzenduo wird die Partei in die nächste Bundestagswahl führen, bei der es für die Linke auch um die Frage gehen wird, ob sie bei einer gemeinsamen Mehrheit von SPD, Linken und Grünen zu einer gemeinsamen Regierungsbildung bereit ist. Kipping beantwortete diese Frage mit einem klaren Ja. Es gehe jetzt darum, «dass wir nicht nur meckern, sondern dass wir auch wirklich machen».

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch wollte sich am Montag nicht zu der Nachfolgedebatte äußern. «Die Personen sind eine Resultante aus einer strategischen Aufstellung, aus einer politischen Aufstellung. Und da wird man mit den Trägern der Partei, mit Landesvorsitzenden, sicherlich auch mit den Fraktionsspitzen darüber reden, was das Optimale ist», sagte er im ARD-«Morgenmagazin».

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