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Lese für Federweißen aus Franken startet

Bergtheim (dpa/lby) – Wenige Tage vor dem offiziellen Start der Weinlese in Franken ernten einige Winzer bereits frühe Sorten für den Federweißen. In Bergtheim (Landkreis Würzburg) setzte das Weingut Schmitt etwa am Mittwoch einen Trauben-Vollernter ein. Diese Maschine fährt durch den Weinberg und schüttelt die Trauben von den Stöcken – in diesem Fall die Sorte Ortega. In ungefähr einer Woche soll der Federweißer dann für 3,50 Euro je Literflasche verkauft werden. «Ernten, gären, in die Flasche füllen» – nach Worten von Winzermeister Frank Kraiß macht die Herstellung von Federweißer weit weniger Arbeit als normaler Wein.

Für den Federweißer, der traditionell zum Zwiebelkuchen gereicht wird, werden frühreife Traubensorten wie Ortega, Müller-Thurgau und Bacchus geerntet. Nach dem Pressen der Trauben kommt der Most sofort in die Flasche, wo er weiter gärt. Die meisten Winzer verkaufen ihren Federweißer ab Hof, selten im Handel. Seinen Namen hat Federweißer – je nach Region auch als Rauscher oder neuer Wein bezeichnet – von den Hefeteilchen, die von der Kohlensäure im Gärungsprozess aufgewirbelt werden und wie Federn im Glas tanzen.

Zu den bekanntesten und größten Federweißer-Produzenten in Franken zählt die Winzergemeinschaft Franken (GWF) aus Kitzingen. Die Winzer des Zusammenschlusses beginnen wahrscheinlich vom 7. September an mit der Lese für den Vorboten des neuen Jahrgangs, wie der Fränkische Weinbauverband mitteilte. Wie viel Federweißer in jedem Jahr frankenweit produziert wird, erfasst der Verband nicht.

Neben dem Federweißen ist auch der Federrotling beliebt. Das ist ein Verschnitt von Weißwein- mit Rotweintrauben.

Die Hauptweinlese soll am 10. September offiziell starten – im Weinort Sommerhausen bei Würzburg. Erwartet wird dazu unter anderem Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU).