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Leonhardifahrten bei sonnigem Herbstwetter

Bad Tölz/Kreuth (dpa/lby) – Mit traditionellen Leonhardiritten haben am Dienstag die Menschen in mehreren oberbayerischen Orten an den Heiligen Leonhard als Schutzpatron der Nutztiere erinnert.

Ein Unfall überschattete die größte Wallfahrt in Bad Tölz. Ein Pferd rutschte auf Kopfsteinpflaster aus, der Reiter stürzte. Der 34-Jährige aus Lenggries wurde laut Polizei an Kopf und Schulter verletzt und kam in Krankenhaus.

Reiter und prächtig geschmückte Wagen waren am Morgen bei strahlendem Herbstwetter zum Geläut der Kirchenglocken durch die historische Marktstraße hinauf zur Leonhardikapelle auf dem Kalvarienberg gezogen. Dort wurden Rösser und Wallfahrer vor dem Gottesdienst gesegnet. Mehrere 100 Pferde und mehr als 80 festlich geschmückte und teils historische Wagen nahmen teil. Zahlreiche Zuschauer drängten sich an den Straßen, laut Polizei kamen mehr als 10 000 Schaulustige. Die Pferdewallfahrt in Bad Tölz war erst im vergangenen Jahr als Immaterielles Kulturerbe der Unesco in das deutsche Verzeichnis aufgenommen worden.

Auch in Murnau am Staffelsee und in Kreuth unweit des Tegernsees zogen Pferde und festlich geschmückte historische Wagen zu Ehren des Heiligen Leonhards durch die Orte. Trachtenvereine, Schützen und Musikkapellen begleiteten die Umzüge. Die Leonhardifahrt in Kreuth wird seit mehr als 500 Jahren zelebriert und gilt als älteste Bayerns. Das erste Zeugnis einer Leonhardifahrt in Kreuth soll auf das Jahr 1442 zurückgehen.

Die Umritte zu Ehren des Heiligen Leonhard von Limoges sind in Altbayern und Teilen Österreichs Brauch. Sie finden an seinem Gedenktag am 6. November, teils aber auch schon an den Wochenenden davor statt. Einige Orte feiern Leonhardi auch im Sommer.