© Sebastian Gollnow

Leicht steigende Arbeitslosigkeit im Dezember erwartet

Nürnberg (dpa/lby) – Winterbedingt ist die Arbeitslosigkeit im Dezember voraussichtlich leicht gestiegen. «In witterungsabhängigen Branchen wie der Landwirtschaft oder auf dem Bau gibt es in den Wintermonaten jahreszeitlich bedingt mehr Entlassungen», sagte ein Fachmann im Arbeitsministerium in München. «Wir rechnen deshalb damit, dass die Arbeitslosigkeit im Dezember leicht steigen wird. Das ist saisonüblich.»

Im Schnitt der vergangenen drei Jahre war die Arbeitslosigkeit im Dezember im Vergleich zum Vormonat jeweils um etwa drei Prozent gestiegen. «In diesem Rahmen werden wir uns wohl auch in diesem Jahr wieder bewegen.» Im November waren in Bayern 197 000 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 2,7 Prozent, im Dezember des Vorjahres betrug sie 2,9 Prozent. Diese werde vermutlich unterboten, hieß es. Richtig durchschlagen wird die Winterarbeitslosigkeit dem Experten zufolge aber voraussichtlich erst im Januar.

Bemerkbar machen werde sich im kommenden Jahr auch die sich abschwächende Konjunktur. Mehrere Wirtschaftsinstitute rechnen inzwischen mit einem Wirtschaftswachstum von unter zwei Prozent. Zuletzt hatte das Ifo-Institut in München eine entsprechende Prognose abgegeben. Das dürfte auch für den Arbeitsmarkt Folgen haben. «Wir werden diese Reduzierung der Arbeitslosigkeit sicherlich nicht mehr in dem Maße erleben, wie in den vergangenen Jahren», sagte der Experte. «Wir sind bereits auf einem sehr geringen Niveau angekommen. Viel Luft nach unten ist dort nicht mehr.» Allerdings handele es sich um keine Rezession, die Rede sei lediglich von einer schwächer wachsenden Wirtschaft. Nach wie vor gebe es zudem zahlreiche Risiken, die vor allem die bayerische Wirtschaft weiter beschäftigten, insbesondere die Automobilindustrie. Der Fachmann nannte die bekannten Beispiele Brexit sowie den schwelenden Handelskonflikt mit den USA. «Die USA sind das stärkste Exportland für Bayern.» Entsprechende Auswirkungen auf die Industrie seien deshalb zu erwarten.