Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Verteidigung, schaut sich mit Oberst Gordon Schnitger einen Eurofighter an., © Sven Hoppe/dpa

«Werteverbündeten»: Luftwaffe übt in Australien

Die Luftwaffe wird Mitte August erstmals zu militärischen Übungen nach Australien fliegen. «Wir stehen an der Seite all derjenigen, die für unsere Werte wie Demokratie, wie Freiheit, wie Sicherheit stehen und sind auch bereit, uns da einzubringen», sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) am Freitag. Sie besuchte das Taktische Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg an der Donau, das Eurofighter nach Australien verlegen wird.

Lambrecht sprach von einer Unterstützung für «Werteverbündete». «Momentan ist natürlich der Fokus ganz klar auf die Ostflanke gerichtet. Das ist dem schrecklichen, dem brutalen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine geschuldet. Aber wir müssen den Blick darüber hinaus auch auf andere Regionen richten», sagte sie.

Die Luftwaffe plant, sechs Eurofighter auf den etwa 22.000 Kilometer weiten Langstreckenflug zu schicken. An der Verlegeoperation sollen auch Transportflugzeuge vom Typ A400M sowie Tankflugzeuge vom Typ A330 beteiligt werden. Geplant sind auch Besuche der Luftwaffe in Japan und in Südkorea. In Australien beteiligen sich die deutschen Soldaten an der Übung Pitch Black, bei der Lufteinsätze trainiert werden, und an der Marineübung Kakadu. Australien, Japan, Neuseeland und Südkorea sind Partner der Nato in der Indopazifik-Region.

Schon vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine hatte die Bundesregierung ihren sicherheitspolitischen Blick verstärkt auf den indopazifischen Raum gerichtet. Im neuen strategischen Konzept der Nato wird China als Herausforderung benannt.

Die Bundeswehr hat Flüge der Kampfflugzeug Eurofighter und Tornado eingeschränkt, weil es aus der Industrie eine Warnung wegen möglicherweise defekter Schleudersitze gab. Eine «uneingeschränkte Funktionalität» könne nicht zweifelsfrei sichergestellt werden, schrieb das Verteidigungsministerium an die Obleute des Verteidigungsausschusses. Grund sei eine möglicherweise fehlerhafte Befüllung der Auslösekartuschen.

Aufträge zur Sicherung des Luftraums und der Landes- und Bündnisverteidigung werden in Deutschland nach Angaben der Luftwaffe weiter erfüllt. Der Betrieb der Tornados wurde noch am Freitag wieder freigegeben. Wegen des Problems verzichtete das Taktische Luftwaffengeschwader 74 beim Besuch Lambrechts auf einen Eurofighter-Demonstrationsflug.