Kunden stehen in der Münchner Innenstadt vor einem Sportgeschäft., © Tobias Hase/dpa/Symbolbild

Ladenmieten in Bayern sinken

Wegen der Corona-Pandemie, der wachsenden Bedeutung des Onlinehandels und wirtschaftlicher Ungewissheit werden die Ladenmieten in Bayern billiger. Innerhalb eines halben Jahres gab es seit dem Frühjahr deutliche Rückgänge, wie der Immobilienverband IVD Süd am Dienstag in München mitteilte. Je nach Lage und Größe eines Geschäfts gingen die Ladenmieten demnach zwischen 2,8 und 5 Prozent zurück. Die Büromieten sanken zwar nicht, zogen aber auch nicht an. IVD-Marktforscher Stephan Kippes sieht die Lage für die Vermieter nicht dramatisch: «Das hätte alles noch schlimmer kommen können.»

Schon in den vergangenen zwei Corona-Jahren hatten viele Vermieter nach IVD-Daten ihre Mieten kräftig gesenkt. Allerdings gibt es bayernweit nach wie vor ein immenses Gefälle zwischen der Münchner Innenstadt und dem restlichen Bayern, das die Diskrepanz bei den Wohnungsmieten noch weit übertrifft: Ein kleines Geschäft in einer 1a-Lage kostet laut IVD Süd im landesweiten Schnitt durchschnittlich 21,10 Euro Monatsmiete. In den Bestlagen der Münchner Innenstadt sind es demnach 280 Euro. «Das muss man erstmal verdienen», sagte Kippes. Der IVD-Fachmann geht davon aus, dass eine «Bodenplatte» erreicht ist, und die gewerblichen Mieten nicht noch weiter sinken werden.

Die Lieferschwierigkeiten der Industrie haben in manchen Regionen mittlerweile sogar Auswirkungen auf den Gewerbeimmobilienmarkt. So berichtete der Aschaffenburger Makler Dominique Zierof, dass im Rhein-Main-Gebiet Lagerhallen von den Unternehmen sehr stark nachgefragt werden. Der Grund ist demnach der Platzbedarf für nicht fertig montierte Produkte.