Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts., © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Konsularbeamter unter Mordverdacht

Ein deutscher Konsularbeamter soll in Brasilien seinen Ehemann umgebracht haben – nun gibt die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen dazu nach Bayern ab. Das teilte eine Behördensprecherin auf Anfrage am Donnerstag mit. «Nach unserer Auffassung sind wir nicht zuständig», sagte die Sprecherin. Das Verfahren sei an die für den Wohnort des Mannes zuständige Staatsanwaltschaft Coburg abgegeben worden. Zuletzt hieß es von der Berliner Behörde, es werde ein Rechtshilfeersuchen an Brasilien vorbereitet.

Der 60-Jährige wird verdächtigt, seinen belgischen Ehemann am 5. August umgebracht zu haben. Der Beschuldigte selbst hatte angegeben, sein Mann sei nach einem Streit unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss vom Balkon der gemeinsamen Wohnung gestürzt. Die Polizei bezweifelt das. In der Wohnung, besonders im Schlaf- und im Badezimmer, seien Blutspuren festgestellt worden.

Der Konsularbeamte war Anfang August in der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro festgenommen worden. Später klagte ihn die Staatsanwaltschaft von Rio wegen Mordes an und forderte Untersuchungshaft, ein Gericht in Rio gab dem statt. Zu diesem Zeitpunkt war der Beschuldigte laut Justiz bereits nach Deutschland zurückgekehrt. Denn ein Gericht in Rio hatte die Freilassung des Deutschen angeordnet. Die Staatsanwaltschaft habe eine Frist verstreichen lassen, hieß es zur Begründung. Nach damaligen Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin war die Entlassung des Beamten aus dem Gefängnis nicht mit Auflagen verbunden worden.