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König Ludwig II. und Architektur: Mehr als Neuschwanstein

München (dpa/lby) – Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee – bis heute ziehen die Prachtbauten des bayerischen Königs Ludwig II. jedes Jahr Millionen Besucher an. Das Architekturmuseum der Technischen Universität München (TUM) in der Pinakothek der Moderne widmet der Bautätigkeit des Monarchen (1845-1886), der ab 1864 regierte, nun eine Ausstellung. «Königsschlösser und Fabriken – Ludwig II. und die Architektur» beschränkt sich aber nicht auf touristische Höhepunkte. Erstmals werde die gesamte Spannweite der Architektur- und Bautätigkeit unter der Ägide des Hochschulgründers Ludwig II. von Bayern vorgestellt, teilte das Museum am Dienstag in München mit, wo die Schau am Abend eröffnet werden sollte.

So entstanden in München das Neue Rathaus von Georg von Hauberrisser und die Akademie der Bildenden Künste von Gottfried Neureuther. Otto Brückwald baute das Bayreuther Festspielhaus. In Augsburg entstanden die architektur- und kulturgeschichtlich bedeutsamen Fabriken des Textilviertels. Und in München und Nürnberg wurden Synagogen erbaut.

Bis zum 13. Januar 2019 zeigt die Ausstellung Zeichnungen, Pläne, Fotografien und Modelle. Darunter sind laut Museum selten gezeigte Objekte wie Entwürfe zu den Königsschlössern. Das Architekturmuseum steuert auch einiges bei, etwa Zeichnungen Gottfried Sempers für das Richard-Wagner-Festspielhaus, das erst in München geplant war. Die Organisatoren unter Kuratorin Katrin Bäumler wollen mit der Schau Klischees hinterfragen. Ludwig II. werde oft als «Märchenkönig» verklärt, der sich nicht für gesellschaftliche Probleme und technische Entwicklungen interessiert habe.