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Kirche gedenkt Missbrauchsopfern: «Wir haben versagt»

München (dpa/lby) – Bayernweit haben Katholiken den Opfern sexuellen Missbrauchs gedacht. Erneut räumte der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, Versäumnisse der Kirche bei der Aufklärung der Fälle ein. «Wir haben versagt, und wir waren wie in einem Verblendungszusammenhang: nicht hinsehen wollen, nicht wahrhaben wollen, was geschieht, es kleinreden, es nicht anhören, all das ist immer wieder geschehen», sagte er am Sonntag bei einem Gottesdienst in München. Marx dankte Missbrauchsopfern und Medien, die Fälle öffentlich gemacht zu haben.

Auch der Bamberger Erzbischof forderte Aufklärung der Missbrauchsfälle: «Es muss immer wieder unmissverständlich klar gemacht werden, dass Missbrauch, Übergriffe und Grenzverletzungen nicht toleriert werden.» Sein Bistum arbeite dabei eng mit den zuständigen Ermittlungsbehörden zusammen. Auch in den anderen bayerischen Diözesen gedachten Gläubige und Vertreter der Kirche der Opfer.

Papst Franziskus hatte den Gedenktag angeregt. Die deutschen Bischöfe hatten dafür den 18. November vorgeschlagen, der zugleich der europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch ist.

Ende September hatte die Bischofskonferenz eine Studie zum Missbrauch in der Kirche vorgestellt. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker mehr als 3670 Minderjährige missbraucht haben.