© Julian Stratenschulte

Kinobetreiber befürchten beispielloses Kinosterben

München (dpa/lby) – Aus Sorge um ihre Existenz fordern rund 20 Kinobetreiber in Bayern geringere Abstände im Publikum. Es sei dringend notwendig, den coronabedingten Mindestabstand zwischen Kinobesuchern von 1,50 auf 1 Meter zu verringern, schreiben sie in einem Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der am Montag veröffentlicht wurde. Auch die strikte Obergrenze von 200 Besuchern pro Kinosaal müsse auf den Prüfstand. Die rund 20 Unternehmer aus ganz Bayern beklagen gravierende Einnahmeverluste, weil sie momentan oft nicht mal ein Viertel der Plätze im Kinosaal besetzen können. Die Folge könne ein beispielloses Kinosterben im kommenden Jahr sein.

«Für unsere Kinos beginnt mit den letzten drei Monaten und den Feiertagen zum Jahresende die wichtigste Zeit des Jahres. In diesen Monaten machen wir die Hauptumsätze eines Gesamtjahres», begründeten die Unternehmer. Die Finanzhilfen des Freistaats und des Bundes hätten bislang das Überleben gesichert. Die Betriebe müssten aber in den kommenden Monaten das notwendige Kapital auf die Seite legen, um den traditionell besucherschwächeren Sommer überleben zu können.

Die Kinobetreiber erklärten, sie unterstützten die Schutzmaßnahmen der Staatsregierung und hofften, im Einvernehmen einen Weg zu finden. Im Vergleich zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Flugzeugen oder zur Gastronomie sei die Gefahr einer Ansteckung in Kinos viel geringer. Man habe sich auch über die rechtlichen Möglichkeiten eines Normenkontrollverfahrens beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof informiert. Unterzeichnet wurde der Brief unter anderen von Kinobetreibern in München, Donauwörth, Deggendorf, Füssen oder Forchheim.