© Henning Kaiser

Karlheinz Böhm Preis für Paula Caballero und viele Spenden

München (dpa/lby) – Die Kolumbianerin Paula Caballero hat für ihren Einsatz für globale Nachhaltigkeitsziele in München den Karlheinz Böhm Preis erhalten. Sie werde für ihren Beitrag zur Einführung der 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) geehrt, die weltweit einer fairen ökonomischen, sozialen und ökologischen Entwicklung dienen sollen, teilte die von dem Schauspieler Karlheinz Böhm gegründete Stiftung «Menschen für Menschen» am Samstag mit.

«Ihrem Einsatz, ihrem Engagement und ihrem Durchhaltevermögen» sei es zu verdanken, dass sich die Weltgemeinschaft auf dem Nachhaltigkeitsgipfel 2012 in Rio zum ersten Mal auf globale Nachhaltigkeitsziele geeinigt habe, sagte Stiftungsvorstand Sebastian Brandis. «Angesichts der drängenden globalen Herausforderungen sind diese aktuell relevanter denn je.» Es gehe um die Lebensgrundlage der zukünftigen Generationen – «also das Überleben der Menschheit». Die UN bekenne sich zu den Zielen, und sie seien Teil der Agenda 2030. Mit dem undotierten Preis werden alle zwei Jahre Personen oder Projekte geehrt, die sich für Afrika engagiert haben.

Am Samstagabend lud die Stiftung zudem zu einer Spendengala. Rund 350.000 Euro kamen dabei zusammen. Die endgültige Summe werde im Laufe der kommenden Wochen feststehen, da noch mit weiteren Spenden zu rechnen sei. Mit dem Geld sollen Projekte in Äthiopien unterstützt werden, unter anderem Nothilfemaßnahmen für Geflüchtete aus Krisengebieten wie in Tigray. Sobald der Zugang in diese Region möglich sei und die Sicherheitslage es erlaube, wolle man dort weitere Maßnahmen umsetzen.

Die Stiftung «Menschen für Menschen» feiert dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Am 13. November 1981 hatte Böhm, damals bekannt aus den «Sissi»-Filmen, die Äthiopienhilfe gegründet – mit Geld aus einer Wette. Im Mai 1981 hatte er in der Sendung «Wetten, dass..?» gewettet, dass nicht jeder Zuschauer eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für die Menschen in der Sahelzone spenden werde. Es kamen 1,2 Millionen Mark zusammen.

Nach Böhms Tod 2014 vergab die Stiftung 2016 erstmals den Karlheinz Böhm-Preis, zuerst an Ex-Bundespräsident Horst Köhler. 2018 wurde das von Christoph Schlingensief (1960-2010) gegründete «Operndorf Afrika» in Burkina Faso ausgezeichnet. 2020 wurde die Verleihung wegen der Corona-Pandemie verschoben.

Seit 1981 hat die Organisation sechs Millionen Menschen geholfen. Mit der Bevölkerung wurden Krankenstationen und Wasserstellen und Schulen gebaut. Es gab Alphabetisierungsprogramme und Kleinkredite.

© dpa-infocom, dpa:211120-99-74243/3