© David-Wolfgang Ebener

Kampf im Rotlichtmilieu: Angeklagter streitet Vorwürfe ab

Bamberg (dpa/lby) – Im Prozess um einen Machtkampf im Bamberger Rotlichtmilieu hat der Hauptangeklagte sein Schweigen gebrochen und die Vorwürfe bestritten. Er habe von den Buttersäure- und Brandanschlägen auf ein anderes Bordell in Bamberg erst im Nachhinein erfahren, ließ der 55-Jährige am Montag seinen Verteidiger vor dem Landgericht Bamberg verlesen. Die Geschäfte seien bis zuletzt gut gelaufen, es habe also keinen Grund gegeben, andere Betriebe zu bekämpfen.

Das 55-Jährige und sechs weitere Männer müssen sich seit Ende Februar wegen schwerer Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung vor Gericht verantworten. Während die anderen sechs Angeklagten die Taten weitgehend zugaben, hatte sich der 55-Jährige bislang nicht dazu geäußert. Ein 26-Jähriger und seine fünf Komplizen haben demzufolge zwischen September 2016 und Januar 2017 drei Anschläge verübt. Außerdem warfen sie Molotowcocktails auf zwei Autos. Der 26-Jährige, ein ehemaliger Geschäftspartner des Hauptangeklagten, beteuerte zudem, der 55-Jährige habe ihn zu den Taten angestiftet.

Der 55-Jährige sieht sich dagegen als Opfer einer Intrige. Der 26-Jährige wolle ihm das in die Schuhe schieben, um selbst eine mildere Strafe zu bekommen. Am Dienstag sollen die Plädoyers gesprochen werden, ein Urteil könnte am Mittwoch fallen.