Trainer Michael Köllner vom TSV 1860 München., © Robert Michael/dpa/Archivbild

Jubiläum ohne «Killerinstinkt»: 1860 München steckt in Krise

Der TSV 1860 München steckt in einer schweren Herbstkrise. Nach der dritten Niederlage in Serie rutschten die «Löwen» erstmals seit Anfang August aus den direkten Aufstiegsrängen in der 3. Fußball-Liga. Das 0:2 gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg am Mittwoch war das dritte torlose Spiel der ambitionierten Mannschaft aus dem Münchner Süden nacheinander. «Wenn du hier nicht den Killerinstinkt hast, dann wird es schwer. Wir waren heute einfach zu harmlos», bemängelte Trainer Michael Köllner.

Der TSV taumelt im Aufstiegskampf, drei Niederlagen in Folge gab es in der Ära von Köllner, der am Mittwoch ein bitteres dreijähriges Jubiläum als «Löwen»-Coach erlebte, noch nie. «In den Umschaltmomenten haben wir die Bälle zu leichtfertig weggegeben», kritisierte der 52-Jährige.

Nach einem furiosen Saisonstart mit fünf Siegen zum Auftakt sind die Münchner nur noch Fünfter. «Wir hatten eine sehr gute Ausgangsposition, die haben wir uns in den letzten drei Spielen kaputt gemacht», befand Kapitän Stefan Lex nach dem schwachen Auftritt, «es tut mir leid für die Fans. Sie fahren hierher und sehen so eine Leistung.»

Soll es in diesem Jahr etwa wieder nicht für den Aufstieg reichen? Waren die Löwen gegen Bayreuth (0:1) und Saarbrücken (0:1) zumindest noch ein ebenbürtiger Gegner, zeigte die Giesinger Elf im Breisgau eine völlig desolate Leistung. Körperlich und kämpferisch waren die Löwen den dynamischen Freiburgern deutlich unterlegen. Es fehlt die Entschlossenheit, die Galligkeit im Spiel der Münchner.

Die Spieler kennen die Baustellen. «Ich muss mich heute selbst für meine Leistung entschuldigen, bin nicht in die Zweikämpfe reingekommen, habe die Fifty-Fifty-Dinger immer verloren», sagte Innenverteidiger Jesper Verlaat selbstkritisch.

Im letzten Spiel vor der Winterpause wollen die Münchner am Montag gegen Rot-Weiss Essen für ein versöhnliches Jahresfinale sorgen. «Wir wollen das Spiel mit aller Hartnäckigkeit gewinnen. Wir brauchen unser Stadion», forderte Köllner. Die Unterstützung der Fans ist in der aktuellen Phase erst recht nötig.