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Josef Schuster bleibt Präsident des Zentralrats der Juden

Frankfurt/Main (dpa) – Josef Schuster bleibt Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das Präsidium wählte den 64-Jährigen am Sonntag im Rahmen einer nicht-öffentlichen Versammlung in Frankfurt einstimmig für eine weitere vierjährige Amtszeit, wie der Zentralrat mitteilte. Der Würzburger Arzt hat das Ehrenamt seit dem 30. November 2014 inne. Von 2010 bis 2014 war Schuster Vizepräsident des Zentralrats.

«Auch in Zeiten eines wachsenden Antisemitismus lassen wir uns nicht entmutigen», erklärte Schuster nach seiner Wiederwahl. «Wir werden unseren Beitrag zu einem toleranten und weltoffenen Deutschland leisten.» Der im Juli 1950 gegründete Zentralrat der Juden in Deutschland ist der zentrale Dachverband der jüdischen Gemeinden hierzulande. Er vertritt nach jüngsten Zahlen 105 jüdische Gemeinden mit zusammen knapp 98 000 Mitgliedern (Stand 2017).

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, gratulierte Schuster zur Wiederwahl: «Er ist ein Glücksfall nicht nur für das Judentum in Deutschland, sondern auch für unser ganzes Land. Ich freue mich darauf, seine starke profilierte und kluge Stimme in der Öffentlichkeit auch zukünftig zu hören», hieß es in einer Mitteilung.

Als Vizepräsidenten wurden der Offenbacher Diplom-Ingenieur Mark Dainow und Abraham Lehrer aus Köln, der Geschäftsführer eines Softwareunternehmens ist, in ihren Ämtern bestätigt. Das Präsidium des Zentralrats hat neun Mitglieder, die für je vier Jahre gewählt werden.

Schuster wurde am 20. März 1954 in Haifa/Israel geboren. 1956 kehrten seine Eltern mit ihm in die väterliche Heimat Unterfranken zurück. Schuster studierte in Würzburg Medizin und ließ sich dort 1988 als Internist mit einer eigenen Praxis nieder. Neben seinem Engagement im Zentralrat der Juden in Deutschland ist Schuster Vizepräsident des World Jewish Congress (WJC) und des European Jewish Congress (EJC).