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Jagdverband gegen Reform: Vertane Chance für Wald und Wild

Feldkirchen (dpa/lby) – Der Bayerische Jagdverband hat die Novelle des Bundesjagdgesetzes scharf kritisiert. Der Reformplan der Bundesregierung lasse die Bedürfnisse der heimischen Wildtiere weitgehend außer Acht. «Der Abschuss alleine wird den Wald nicht retten», sagte Verbands-Vizepräsident Thomas Schreder einer Mitteilung zufolge.

In erster Linie gehe es im am Mittwoch vom Kabinett in Berlin auf den Weg gebrachten neuen Bundesjagdgesetz um rein forstwirtschaftliche Interessen. Reh, Rotwild und Gams würden als die gebrandmarkt, die den gewünschten Waldumbau verhindern, kritisierte der Verband.

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) nannte dagegen als Reformziel, eine «gute Balance» zwischen Wild und Wald hinzubekommen und den Fachleuten vor Ort mehr Verantwortung zu übergeben. Künftig soll es demnach grundsätzlich keine behördliche Abschussplanung mehr geben. Waldbesitzer und Jäger sollen sich vor Ort auf einen jährlichen «Abschusskorridor» verständigen mit Mindest- und Höchstzahlen.

Wildverbiss, wie Fachleute sagen, gilt als großes Hindernis für den «Waldumbau» – das Umwandeln von Monokulturen in Mischwälder. Dieser Umbau soll Deutschlands schwer geschädigte Wälder widerstandsfähiger gegen Klimawandel und Schädlinge machen.