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Islamische Gemeinde verzichtet nach Protesten auf Gebetsruf

Penzberg (dpa/lby) – Nach Protesten aus der Bevölkerung wird es vorerst von einer Moschee in Oberbayern keinen öffentlichen Gebetsruf per Lautsprecher geben. Wie Imam Benjamin Idriz am Freitag sagte, werde die islamische Gemeinde in Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau) auf einen entsprechenden Antrag verzichten. Idriz hatte den Wunsch nach einem öffentlichen Gebetsruf bei einem Treffen mit dem Bürgermeister und Kirchenvertretern geäußert, nachdem mehrere islamische Gemeinden in Bayern entsprechende Genehmigungen erhalten hatten. Mehrere Medien hatten über das Treffen berichtet.

Als die Idee öffentlich wurde, habe es jedoch Proteste gegeben, sagte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) der «Süddeutschen Zeitung». «Der Aufschrei der Bevölkerung ist riesig.» Nach einem weiteren Gespräch zwischen Bürgermeister und Imam zog die islamische Gemeinde den Vorschlag daher zurück. Der Wunsch nach einem öffentlichen Gebetsruf bleibe aber, betonte Imam Idriz: «Ich denke, dass die Gesellschaft in der Lage ist, das als Bereicherung zu sehen.» Dafür sei aber wohl mehr Zeit nötig, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen.