Hunderte indische Tee-Arbeiter vergiften sich mit Schnaps

Golaghat (dpa) – Mehr als 100 Arbeiter einer indischen Teeplantage sind nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps gestorben. Die Behörden sprachen am Samstag von mindestens 102 Todesopfern.

Mehr als 150 Menschen würden weiterhin wegen einer Vergiftung im Krankenhaus behandelt. Viele Patienten seien mittlerweile «außer Gefahr», erklärten die Behörden zu den erneut gestiegenen Opferzahlen aus den Distrikten Golaghat und Jorhat im nordöstlichen Bundesstaat Assam. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass die Zahl der Toten noch wachse.

Die Arbeiter sollen den gepanschten Schnaps am Donnerstag getrunken haben, bis Freitagnacht waren dann 22 Menschen gestorben. Ersten Erkenntnissen zufolge enthielt das Getränk eine erhebliche Menge Methanol, das – in größerem Umfang konsumiert – tödlich wirkt.

Nach Angaben der Polizei im Distrikt Golaghat wurden der Besitzer einer örtlichen Brennerei sowie zehn weitere Männer, die mit der Herstellung und dem Vertrieb des Schnapses in Verbindung stehen sollen, festgenommen. Assams Gesundheitsminister Himanta Biswa Sarma besuchte einige Opfer im Krankenhaus in Jorhat und kündigte an, «die Täter jener Tragödie nicht zu verschonen».

Rund 1000 Menschen meist aus ärmeren Verhältnissen sterben laut Regierungsdaten jährlich in Indien am Konsum gepanschten Alkohols. Schwarz gebrannter Schnaps ist in Indien sehr beliebt, weil er billiger verkauft wird als importierter Alkohol oder etablierte indische Marken. Nicht selten werden die Getränke mit Industrie-Alkohol und anderen Substanzen hergestellt, was nicht selten zu schweren Vergiftungen führt.

Schon in der Vergangenheit kam es zu dramatischen Todesfällen: So starben 200 Menschen im Jahr 1992 im Bundesstaat Odisha, 2011 waren es 180 in Westbengalen. Und erst vor knapp zwei Wochen kamen im nordindischen Staat Uttar Pradesh mehr als 100 Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps ums Leben.