© Felix Kästle

In Metallindustrie kein Ende der Krise in Sicht

München (dpa/lby) – In Bayerns wichtigster Wirtschaftsbranche ist kein Ende der Corona-Krise in Sicht. Zwei Drittel der Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie erwarten in diesem Jahr einen Umsatzeinbruch von im Schnitt fast einem Viertel. Für mehr als die Hälfte (54 Prozent) ist derzeit noch nicht absehbar, wann die Geschäfte wieder so laufen könnten wie vor Beginn der Pandemie. Das hat eine Umfrage der Bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände (bayme-vbm) unter 504 Unternehmen ergeben, die dem Verband zufolge etwa zwei Drittel der Arbeitnehmer in der Metall-und Elektroindustrie beschäftigen.

«Über die Hälfte der Unternehmen leidet aktuell noch unter größeren Einschränkungen in der Produktion, jedes zweite davon ist sogar stark oder sehr stark betroffen», sagte bayme-vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Knapp 54 Prozent der befragten Unternehmen berichteten, dass bei ihnen nach wie vor viele Mitarbeiter in Kurzarbeit sind – im Schnitt rund 45 Prozent der Belegschaft. Ein knappes Drittel will bis Ende des Jahres die Belegschaft reduzieren, die Mehrheit dieser Unternehmen jedoch auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.

«Mit Blick auf die bevorstehende Tarifrunde hoffen wir auf eine der Lage angemessene Forderung unseres Tarifpartners», forderte Brossardt die IG Metall zur Bescheidenheit auf. Zur Metall- und Elektrobranche zählen viele bekannte Unternehmen, darunter Audi, BMW, Siemens und deren Zulieferer ebenso wie Airbus oder Osram. Insgesamt beschäftigt die Branche gut 850 000 Menschen in Bayern.