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In Bayerns Kommunen gilt der jeweils höchste Corona-Wert

München (dpa/lby) – Im Corona-Krisenmanagement von Bayerns Kommunen ist künftig immer die jeweils höchste vorliegende Fallzahl der Behörden von Bund und Freistaat ausschlaggebend. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München mit. In der Vergangenheit hatte es Verwirrung und in der Folge auch Ärger gegeben, weil die vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und vom Berliner Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Werte für die Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner sehr häufig voneinander abweichen. Dieser sogenannte Inzidenzwert ist aber je nach Höhe Grundlage für mögliche Auflagen und Einschränkungen von Freiheitsrechten wie einer Teilnehmerobergrenze bei Feiern.

Auch in anderen Bundesländern hatten unterschiedliche Inzidenz-Werte für Verunsicherung gesorgt. In Hamburg gilt daher nur noch der selbst von der Stadt berechnete Wert. Als Hauptgrund für die unterschiedlichen Zahlenwerte gelten der zeitliche Verzug bei der Übermittlung von Daten und die unterschiedlichen Erfassungszeiträume. In Hamburg wurde aber auch die vom RKI zugrunde gelegte Einwohnerzahl kritisch gesehen.

Für Bayern sei dies aber nicht von entscheidender Bedeutung, sagte Herrmann. Beide Behörden würden die Einwohnerzahlen des Statistischen Landes- beziehungsweise Bundesamtes verwenden, dies sei eine objektive Grundlage «auf der man arbeiten kann». Wichtig sei, dass sich die Bezugsgröße nicht ständig ändere.