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Immer noch relativ wenige männliche Pädagogen in Kitas

München (dpa/lby) – In bayerischen Kindertagesstätten arbeiten deutlich mehr Männer als noch vor zehn Jahren – dennoch ist ihr Anteil mit 4,4 Prozent noch vergleichsweise gering. Nach Angaben des Landesamts für Statistik waren im März vergangenen Jahres 4142 Männer pädagogisch in Kitas tätig. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 2008, als es noch 1015 waren. Insgesamt stieg die Zahl des pädagogischen Personals von 51 406 im Jahr 2008 auf 93 312 im Jahr 2018. Darunter fallen nicht nur Personen, die eine klassische Erzieherausbildung haben, sondern alle, die in Kitas pädagogisch tätig sind.

Die Staatsregierung wünsche sich einen höheren Anteil an männlichen Erziehern, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Kinder bräuchten sowohl weibliche als auch männliche Vorbilder und Bezugspersonen im Kita-Alltag. Dass Männer dort noch immer unterrepräsentiert sind, liegt nach Einschätzung des Ministeriums vor allem an der «geschlechtstypischen gesellschaftlichen Zuschreibung von Erziehung». Junge Männer würden sich nach wie vor selten für Ausbildungsberufe aus dem sozialen, erzieherischen oder pflegerischen Beruf entscheiden. Das Sozialministerium versucht deshalb nach eigenen Angaben Anreize für Männer zu schaffen, in Kitas zu arbeiten. Dies geschehe zum Beispiel über Öffentlichkeitskampagnen und Angebote für Quereinsteiger.