Warnstreiks der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie, hier gestern bei ZF in Schweinfurt., © Heiko Becker/dpa

Metalltarifrunde: Keine Annäherung in der vierten Runde

Das Ringen um einen Tarifabschluss für die 855.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bayern geht weiter. Auch die vierte Verhandlungsrunde am Dienstag brachte keine Einigung oder deutliche Annäherung zwischen Arbeitgebern und der IG Metall. «Wir sind rausgegangen, wie wir reingegangen sind», sagte der IG-Metall-Verhandlungsführer Johann Horn. Die Gewerkschaft will nun die Warnstreiks ausweiten. Für den Mittwoch plant sie Aktionen in 50 Betrieben in Bayern, unter anderem bei BMW, SKF, Airbus und MTU.

Von der Arbeitgeberseite hatte es – anders als von der Gewerkschaft gefordert – kein konkretes Angebot für eine prozentuale Erhöhung der Einkommen gegeben. «Wir haben uns in den Verhandlungen ein bisschen verhakt», sagte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, Angelique Renkhoff-Mücke. An der ein oder anderen Stelle sei man weitergekommen. Im Moment sei aber keine Seite bereit nachzugeben. Sie gehe aber davon aus, «dass wir auch diese Tarifrunde irgendwann beenden werden».

Die IG Metall fordert in dem bundesweiten Tarifkonflikt acht Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben bei 30 Monaten Laufzeit einmalig 3000 Euro netto sowie eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Renkhoff-Mücke betonte erneut, dass man unter anderem eine längere Laufzeit brauche.

Horn sagte, die Arbeitnehmer wollten eine prozentuale Tariferhöhung. «In der vierten Tarifverhandlung immer noch keine Prozentzahl anzubieten, ist eine selten gesehene Eskalation der Arbeitgeberseite», erklärte er. Die Warnstreiks in den kommenden Tagen würden groß sein. Für die Arbeitgeber sei es nun Zeit nachzudenken.

Beide Seiten zeigten sich enttäuscht, dass sie nicht weiterkamen. Ein konkreter Verhandlungstermin für die fünfte Runde wurde am Dienstag nicht genannt. Man werde sich bald auf einen einigen, hieß es.

Auch im Südwesten gingen parallel stattfindende Tarifverhandlungen am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende. Seit dem Ende der Friedenspflicht haben allein in Bayern mehrere Zehntausend Metaller an Warnstreiks teilgenommen. Am Dienstag waren es laut IG Metall rund 13.000 Beschäftigte in 34 Betrieben.

Die Tarifverträge für die 3,9 Millionen Metaller in Deutschland liefen im September aus. Sollte diese Woche keine Annäherung gelingen, droht die IG Metall in den kommenden Wochen mit deutlich längeren Warnstreiks. Auch über eine Urabstimmung und unbefristete Streiks wird diskutiert.