Huber: Vorschlag zu sozialem Pflichtjahr «politisch dumm»

Von der bayerischen Schwesterpartei CSU kommt Kritik am Beschluss des CDU-Parteitages, ein soziales Pflichtjahr für junge Menschen in Deutschland einzuführen. «Das am Samstag vom CDU-Parteitag in Hannover beschlossene obligatorische soziale Jahr für junge Leute ist falsch, kostspielig, fachlich problematisch, rechtlich fragwürdig und politisch dumm», sagte der frühere CSU-Chef Erwin Huber im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Er plädierte stattdessen für Freiwilligkeit.

«Ein Altersjahrgang umfasst in Deutschland derzeit 700.000 bis 800.000 junge Menschen. So viele Junge und Heranwachsende in ein Pflichtjahr in soziale, pflegerische oder ökologische Dienste zu bringen ist organisatorisch nicht zu schaffen», sagte Huber.

«Man kann nicht einfach Schulabgänger ans Bett von Alten und Pflegebedürftigen stellen!», sagte Huber. Die Menschen, die für die Betreuung der jungen Leute zuständig wären, fehlten woanders. Umgekehrt fehlten die Jugendlichen in anderen Berufen auf dem Arbeitsmarkt. «Und enorm teuer wäre das außerdem.»

Es sei Aufgabe des Sozialstaates und des Bildungssystems, die notwendigen Fachkräfte etwa in der Pflege auszubilden. Das könne nicht einfach über ein Pflichtjahr für junge Leute gelöst werden. «Es wäre dies eine Kapitulation des Sozialstaates und des Bildungswesens», sagte Huber.

Ein Pflichtjahr bedeute «ein hohes Maß an Freiheitsentzug und Einschränkung von Lebenschancen. Da müsste ein Notfall begründet werden, für den es keine anderen Lösungen gibt.» Außerdem könnte der Vorschlag der Union schaden, die sich bei jungen Wählern ohnehin schwer tue.