Angst vor explodierenden Energiepreisen: Um hohe Nachzahlungen zu vermeiden, wollen viele Verbraucherinnen und Verbraucher in diesem Winter weniger heizen., © Jens Büttner/dpa

Hohe Heizkosten: Erstattung durch Jobcenter möglich

Gerade Menschen mit einem niedrigem Einkommen dürften Angst haben, dass sie ihre Heizkosten oder die Stromrechnung bald nicht mehr bezahlen können. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Oberfranken weist nun auf finanzielle Unterstützung hin. Wer durch Nachzahlungen wegen hoher Energiepreise in Not gerate, könne sich die Kosten durch das Jobcenter erstatten lassen. Personen, deren Einkommen eigentlich über dem Niveau der Grundsicherung liegt, können auf einen Monat befristet Hartz IV beantragen. Bei hohen Nachzahlungen könne der Leistungsanspruch nämlich deutlich über das vorhandene Einkommen steigen.

Ein Beispiel: Einem Paar mit einem Kind und durchschnittlicher Miete stehen bei der Grundsicherung monatlich 1.790 Euro zu. Da das Paar einschließlich Kindergeld über ein anrechenbares Einkommen von 2.000 Euro verfügt, besteht kein laufender Anspruch auf Grundsicherung. Muss nun aber eine Heizkosten-Nachforderung von 600 Euro gezahlt werden, dann steigt der Leistungsanspruch im Monat der Fälligkeit von 1.790 Euro auf 2.390 Euro und übersteigt das Einkommen deutlich. In diesem Monat besteht ein Leistungsanspruch in Höhe von 390 Euro. Bedingung für eine Erstattung ist, dass spätestens in dem Monat, in der die Nachforderung gezahlt werden muss, beim Jobcenter ein Antrag auf Grundsicherung gestellt wird.