Blätter einer Eiche und daran wachsende Eicheln werden auf der Marstall Halbinsel in Schwerin von der Sonne angestrahlt., © Rainer Jensen/zb/dpa/Bildarchiv

Hitzefolgen im Wald: Bäume tragen kleinere Früchte

Die Folgen der Hitze lassen sich aktuell auch auf dem Waldboden beobachten: Die heruntergefallenen Eicheln sind zum Teil sehr klein, Bucheckern wiederum hohl. «Es ist schon auffällig», sagt Dirk Schmechel von der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising. Regional sei die Situation in Bayern aber sehr unterschiedlich.

Ursache dafür ist seinen Angaben nach unter anderem die monatelange Trockenheit, die vor allem Nordbayern in diesem Sommer getroffen hat. «Dann ist bei Waldbäumen beobachtbar, dass Fruchtansätze abgeworfen werden, sich kleinere Früchte bilden oder hohle wie bei den Bucheckern», erläutert Schmechel. «Die Fruchtausreifung erfordert viel Nährstoffe und Energie.» Doch diese brauche der Baum bei Dürre für sein Überleben. Deshalb werfen manche Bäume in diesem Jahr auch viel früher als sonst ihre Blätter ab, zum Teil sogar grüne.

Die Waldtiere müssten im Winter trotzdem nicht hungern, sagt Schmechel. «Die haben ein so breites Nahrungsangebot.» Wenn die Wildschweine zum Beispiel weniger Eicheln fänden, würden sie stattdessen mehr Knollen, Würmer, Schnecken und Insektenlarven fressen.

Auch für den Wald an sich hat es erstmal keine negativen Auswirkungen, wenn die Bäume stellenweise weniger Früchte tragen. «Wir gehen davon aus, dass es für die natürliche Verjüngung der Wälder reicht», sagt der Experte. Auch die bayerischen Staatsforsten sehen keinen Grund zu Beunruhigung. Waldbäume setzten in unregelmäßigen Abständen Früchte an und nicht in jedem Jahr, sagt Stefan Wimberger von den bayerischen Staatsforsten. «Im nächsten Mastjahr können die Bäume ihre Früchte grundsätzlich wieder regulär ausbilden.»