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Heftiger Schlagtausch im Wasserstreit mit München

Miesbach (dpa/lby) – Eine geplante Ausweitung des Trinkwasser-Schutzgebietes für München sorgt im Landkreis Miesbach für heftige Proteste. Befangenheitsanträge, Wortgefechte und ein Saalverweis prägten Beobachtern zufolge am Dienstag den Erörterungstermin im Landratsamt Miesbach. Das Verfahren hatte am Montag begonnen und sollte am Mittwoch enden. Bis Dienstagabend waren aber erst drei von mehr als 70 Einwendern gehört worden.

Für Bauern, Anwohner und Gemeinden würde die Ausweitung Einschränkungen bedeuten, etwa beim Ausbringen von Gülle, bei der Beweidung oder bei der Bebauung. Manche Hauseigentümer fürchten, der Wert ihrer Immobilie könnte sinken. Ein Gewerbegebiet in Miesbach könnte nur auf einem Drittel der Fläche errichtet werden.

Das Münchner Wasser stammt zu 80 Prozent aus dem Mangfalltal, die Stadt hat hier Wasserrechte seit 1883. Zur Wassergewinnung sind zudem Schutzzonen nötig. Um eine Ausweitung wird seit Jahrzehnten gestritten. Das Landratsamt Miesbach ist verantwortlich für die Ausweisung des Schutzgebietes und muss auch eine Ausweitung prüfen.

Die seit den 1960er Jahren bestehenden Schutzzonen genügten nicht, erläuterten die Münchner Stadtwerke (SWM). Es gehe auch um Schutz vor chemischen und radioaktiven Substanzen. Die für die Wasserwirtschaft zuständigen Behörden hätten seit langem Initiativen ergriffen, um ein Schutzgebiet zu schaffen, das den aktuellen Anforderungen entspreche. Für Betroffene gebe es Hilfen. «Wir bemühen uns, die Härten soweit wie möglich abzumildern», sagte ein Sprecher. So hätten die Stadtwerke zugesagt, sämtliche Kosten im landwirtschaftlichen Bereich zu übernehmen, die aus möglichen Auflagen entstehen.