Häusliche Gewalt während der Pandemie – Hier finden Betroffenen Hilfe

In den letzten Monaten wurde viel über psychische Belastungen berichtet, die durch die Corona-Situation entstehen. Gleich doppelt belastet sind in dieser Zeit Personen, die häusliche Gewalt erleben. Nicht immer, aber meistens, sind es Frauen.

Opfer ziehen sich oft zurück

Personen, die Häusliche Gewalt erleben, sind nicht nur durch die Tat selbst belastet. Sie durchleben auch eine komplexe Gefühlswelt: Angst, Scham, Verdrängung, Ekel, Verzweiflung, Misstrauen, Wut und Hass – vor allem gegen sich selbst. Mit schlimmen Folgen, weiß Maria Wagner-Monsees vom WEISSEN RING, der größten Opferhilfeschutzorganisation in Deutschland:Betroffenen fällt es oft schwer, einen ganz normalen Alltag zu bewältigen, also zum Beispiel regelmäßig zur Arbeit zu gehen oder sich ab und zu mit Freunden zu treffen. Sie kapseln sich nämlich oft ein und ziehen sich eher zurück.“

Die Phasen der Verarbeitung

Jeder Mensch reagiert anders auf ein traumatisches Ereignis. Körperliche Symptome sind dabei noch ganz gut zu erkennen. Schwerwiegender und verdeckter sind dagegen die psychischen Symptome: „Zuerst kommt die Schockreaktion, dann eine Phase, in der das Trauma einwirkt und die Betroffenen sich belastet fühlen. Zu diesem Zeitpunkt sind starke Gefühle ganz ‚normal‘. Die Betroffenen versuchen, das Erlebte einzuordnen und zu einem ‚normalen‘ Alltag zurückzufinden. Das kann bis zu sechs Wochen dauern. In der Erholungsphase wird langsam die traumatische Erfahrung verarbeitet“, erklärt Maria Wagner-Monsees.

Sind Sie betroffen? Holen Sie sich Hilfe!

Wichtig ist vor allem die Erkenntnis, dass man Hilfe braucht. Der erste Schritt kann zum Beispiel die Kontaktaufnahme mit dem WEISSEN RING sein – persönlich, telefonisch oder online. „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache!“, beteuert Maria Wagner-Monsees. „Uns ist ganz wichtig zu sagen: Die Betroffenen sind nicht allein und wir wollen sie bestärken, sich Hilfe zu holen. Jeder kann dabei helfen, indem man über das Thema spricht und den Opfern somit die Scham nimmt.“

Ein Beitrag erstellt in Zusammenarbeit mit dem WEISSEN RING e. V.

Weiterführende Informationen

finden Sie unter www.weisser-ring.de