Hinter einem Gitter laufen Gefängnisinsassen über einen Gefängnishof., © Daniel Naupold/dpa/Archivbild

Häftling wochenlang gequält: Opfer sagt vor Gericht aus

Wochenlang soll ein Häftling in der JVA Hof massiven Misshandlungen von Gefangenen ausgesetzt gewesen sein. Seit Dienstag müssen sich deshalb die beiden mutmaßlichen Täter vor dem Hofer Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung verantworten.
Wegen eines Corona-Ausbruchs durften die Gefangenen gut vier Wochen ihre Zellen nicht verlassen. Diesen Umstand haben die beiden Angeklagten offenbar ausgenutzt, um ihren Mithäftling massiv zu quälen. Der Ältere hat zum Prozessauftakt zugegeben, das Opfer mit selbstgebasteltem Werkzeug tätowiert, ihn mehrfach mit den Fäusten geschlagen und ihm auch massiv in die Genitalien getreten zu haben. Außerdem musste der Mann mindestens zwei Nächte auf der Toilette schlafen und sich heißes Wasser über die Füße schütten, um damit angeblich seinen Fußpilz zu behandeln. Der jüngere Angeklagte will dabei nicht direkt beteiligt gewesen sein. Das Opfer erlitt durch die Misshandlungen massive Verbrennungen und Hämatome. Außerdem besteht die Gefahr, dass er zeugungsunfähig sein könnte. Er soll heute als Zeuge aussagen.