Autowracks stehen auf einer Straße in Fürth., © Friedrich/vifogra/dpa/Archivbild

Gutachten: Technische Mängel am Lkw nicht Unfallursache

Technische Mängel am Sattelzug sind nach einem im Prozess verlesenen Gutachten nicht die Ursache für den folgenschweren Unfall in einer Wohnstraße in Fürth. Ein Abbremsen des Lastwagens sei demnach problemlos möglich gewesen, las die Richterin am Montag vor dem Amtsgericht aus dem Gutachten vor. In dem Prozess ist ein 51-jähriger Lkw-Fahrer angeklagt. Er soll im Februar stark betrunken eine rote Ampel überfahren und ein Auto gerammt haben. Danach soll er eine Wohnstraße mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde heruntergedonnert sein und eine Spur der Verwüstung hinter sich hergezogen haben. Mehrere Menschen wurden verletzt, rund 30 Autos und auch Häuser beschädigt (AZ 421 Ls 702 Js 101647/22).

Am zweiten Verhandlungstag hatten zunächst erneut Opfer der verheerenden Trunkenheitsfahrt vor Gericht ausgesagt. Eine Frau berichtete, dass sie noch heute psychisch unter den traumatischen Ereignissen leide. Das Mehrfamilienhaus von ihr und ihrem Mann hatte an dem Abend Feuer gefangen. Das Ehepaar und dessen Nachbarn mussten sich mit Leitern über eine Mauer im Hinterhof retten. An Teile der Ereignisse könne sie sich bis heute nicht erinnern, sagte die Frau. Sie leide seitdem unter Schlafstörungen habe mehrere Kilo abgenommen und nehme Antidepressiva.