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Glück: Billige Lebensmittel tragen zum Insektensterben bei

München (dpa/lby) – Mit ihrer Suche nach immer günstigeren Lebensmitteln tragen Verbraucher nach Ansicht des früheren Landtagspräsidenten Alois Glück indirekt zum Insektensterben bei. «Wir müssen uns unseren Lebenslügen stellen», sagte Glück der «Passauer Neuen Presse» (Montag). Es sei unglaubwürdig, immer mehr biologischen Landbau zu fordern, zugleich aber keine regionalen oder Öko-Produkte zu kaufen, sondern nur das preisgünstigste Angebot zu bevorzugen. Nach dem großen Erfolg des Volksgebehrens leitet Glück von Mittwoch an den runden Tisch zum Artenschutz in der Staatskanzlei.

«Wenn wir ehrlich sind, werden wir so ziemlich alle uns eingestehen müssen, dass es auch in unserem eigenen Lebensstil eine erhebliche Diskrepanz gibt zwischen dem, was wir für gut und notwendig halten – und wie wir tatsächlich leben», betonte Glück. Weiter: «Dabei spüren und erkennen immer mehr Menschen, dass unsere heutige Art zu leben nicht zukunftsfähig ist.»

Für Glück ist es an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen, um nicht weiter auf Kosten der Lebenschancen der jungen und folgenden Generationen sowie der Lebenssituation von Menschen in anderen Regionen dieser Welt zu leben. «Wenn die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Grundanliegen Artenschutz ehrlich und gründlich geführt wird, kann uns der Impuls des Volksbegehrens zu Einsichten für Wege zu einer auch längerfristig tragfähigen Lebenskultur eröffnen.» Das Leitbild für den Fortschritt müsse der Maßstab Nachhaltigkeit werden.