© Patrick Pleul

Blitzeis in Ostbayern: Viele Unfälle und Unterrichtsausfall

Tirschenreuth (dpa/lby) – Unfälle, Verletzte, geschlossene Schulen: Glatteis hat den Osten Bayerns am Freitagmorgen kalt erwischt. Bei frostigen Temperaturen sorgte Regen für spiegelglatte Straßen im Berufsverkehr. Am Vormittag beruhigte sich die Lage.

Besonders betroffen war die Oberpfalz. Dort zählte die Polizei mehr als 150 Verkehrsunfälle. Bei 30 davon wurden Menschen verletzt, allerdings ohne schwere Folgen. In Oberfranken rückten Polizei und Hilfsdienste zu rund 30 Unfällen mit vier Verletzten aus. Mehrere Menschen stürzten auf Straßen und Gehwegen. Glatteis gab es auch in Niederbayern, hatte dort aber keine größeren Auswirkungen.

Der Deutsche Wetterdienst gab wegen des Glatteises am Morgen eine Unwetterwarnung für weite Teile Ostbayerns heraus. Bis in die Nacht auf Samstag könne Regen in größeren Mengen fallen und auf den Straßen gefrieren, sagte ein Meteorologe. Im Bergland werde das Glatteisrisiko bis Samstagvormittag andauern.

Im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth fiel an allen 34 Schulen der Unterricht aus, wie Schulamtsdirektor Rudolf Kunz mitteilte. Er habe dies aus Sicherheitsgründen angeordnet. Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge teilte dagegen mit, der Unterricht finde statt. Etliche Schüler wären schon unterwegs gewesen, als sich das Glatteis auf Gehwegen und Straßen bildete.

Viele Glatteisunfälle gab es auch in den Städten Tirschenreuth und Eschenbach. Die Innenstädte seien für den Verkehr gesperrt worden, sagte ein Polizeisprecher. Gefrorener Regen sorgte zudem in den Landkreisen Tirschenreuth, Cham, Amberg-Sulzbach und Schwandorf sowie in der kreisfreien Stadt Weiden in der Oberpfalz für gefährliche Straßenverhältnisse und Unfälle. So rutschten etwa in Cham Fahrzeuge mit einem Schulbus zusammen, drei Schulkinder verletzten sich leicht. In Sulzbach-Rosenberg (Landkreis Amberg-Sulzbach) verunglückte ein Fahrradfahrer und erlitt ebenfalls leichte Blessuren.

In Oberfranken war besonders der Landkreis Wunsiedel betroffen. In Kirchenlamitz verletzte sich ein Autofahrer schwer, als ein schleuderndes Fahrzeug seinen Wagen touchierte und er daraufhin eine Böschung herabrutschte. Auch die Polizei hatte Probleme, den Unfallort zu erreichen: «Wir konnten nicht schneller als 50 fahren», sagte ein Beamter.

Binnen Minuten, nachdem es am Morgen zu regnen begonnen hatte, seien die Straßen glatt gewesen, berichtete er weiter. Auch am Vormittag habe es noch geregnet – das Streusalz auf den Straßen und Wegen dürfe aber neuerliche schwere Unfälle verhindern.